Ich
höre die Stimmen immer wieder in meinem Kopf. Die Leute, die mich hier
eingesperrt haben, denken ich sei verrückt. Niemand spricht es aus, aber
alle glauben es. Ihre Gedanken sind so laut, dass ich davon
Kopfschmerzen bekomme. Nur die Stimmen helfen mir. Sie beruhigen mich,
bleiben bei mir, lassen mich nicht alleine. Sie sagen mir oft, dass mit
mir und meinem Kopf alles in Ordnung ist, und ich glaube ihnen.
Ich
bin mir sicher, dass viele Leute erst hier drinnen verrückt werden. Wie
sollte das auch anders sein? Graue Wände, grauer Boden, graue Decke.
Graues Bettzeug, graues Essen, graue Kleidung, graue Menschen. Alles
grau. Nur die Stimmen sind bunt. Die Stimmen in meinem Kopf. Mal laut,
mal leise, mal männlich, mal weiblich, meist fröhlich und munter.
Ich
für meinen Teil war weder da draußen verrückt, noch bin ich es hier
drinnen. Ich weiß nicht, was ich hier soll. Zu meiner eigenen Sicherheit
soll es sein. Dabei war ich überall und immer sicher. Nur hier, in
diesem großen Haus, mit den vielen fremden Menschen mit irren Blicken,
da fühle ich mich nicht sicher. Ich verlasse deswegen nicht sehr oft
mein Zimmer. Bleibe lieber hinter verschlossener Tür, alleine mit meinen
Stimmen. Nicht, dass ich Angst habe, dass mir jemand meine Stimmen
wegnimmt. Nur manchmal, wenn mein Zimmernachbar über den Flur kommt und
durch das kleine Fenster an meiner Tür guckt, dann habe ich Angst um
meine Stimmen. Sie gehören schließlich mir, mir ganz alleine.
Ich
erzähle niemandem von meinen Stimmen. Nicht mehr. Als ich einmal
Jemandem von ihnen erzählt habe, bin ich hier drin gelandet. Wegen den
Stimmen und wegen dem, was ich getan haben soll. Ich habe nichts getan.
Die Männer und Frauen in Kitteln sagen, ich habe etwas schlimmes getan.
Ich weiß nicht, was sie meinen, aber es muss mit dem Blut
zusammenhängen, den roten Flecken an meinen Kleidern, mit denen sie mich
hergebracht haben. Es waren meine Kleider, sie haben mir gehört, mir
ganz alleine. Ich habe die Flecken gemocht. Ich mag rot. Warum ich
verrückt sein soll, weiß ich nicht. Ich weiß nicht, was ich hier soll
und warum ich hier bin. Die Stimmen sagen, dass mit mir und meinem Kopf
alles in Ordnung ist, und ich glaube ihnen.
Hallo!
Was
das soll, weiß ich auch nicht genau, also fragt lieber nicht nach. Es ist mir einfach so
eingefallen und ich habe es aufgeschrieben: die Gedanken einer Person in
einer Irrenanstalt. Ob er oder sie verrückt ist, müsst ihr entscheiden.
;-)
Bis demnächst,
Eure Anna
Freitag, 30. Januar 2015
Dienstag, 20. Januar 2015
Wartezimmer
Hallo ihr!
Nun neigt sich der erste Monat des neuen Jahres ja auch schon dem Ende zu, und hier findet sich immer noch kein Wort einer Geschichte. Es ist nicht so, dass ich gar nichts geschrieben hätte, das habe ich nämlich. Nur leider bin ich - wie (denke ich) jeder Mensch, der schreibt - sehr selbstkritisch mit mir und mit dem, was ich auf's Papier bringe. Da ich aber weiß, dass ich ganz dringend wieder posten und euch an meinen Gedanken teilhaben lassen muss, überwinde ich mich heute.
Vor einigen Tagen saß ich im Wartezimmer beim Arzt und wusste, ich würde mindestens eine Stunde warten müssen. Also habe ich meinen kleinen Notizblock herausgeholt, den ich immer in meiner Handtasche mit mir rumschleppe, habe den Stift angesetzt und erstmal eine ganze Weile auf das leere Papier gestarrt. Wahrscheinlich wurde ich von den anderen Wartenden dafür ziemlich verwundert angesehen, aber (obwohl ich natürlich weiß, dass das die falsche Methode ist, um etwas sinnvolles in Worte zu fassen) ich hatte es mir in den Kopf gesetzt, JETZT etwas zu schreiben. Dabei herumgekommen ist folgendes:
Ich sitze in einem kleinen Raum mit acht Stühlen. Die Wände sind orange und gelb, sie strahlen so fröhlich als wäre heute der schönste Tag, den sie als Wand erleben dürfen. An einer von ihnen sind zwei große Fenster, hinter denen der wolkenfreie Himmel zu erkennen ist. Sie verspotten die Wartenden dafür, dass sie sich Drinnen befinden. In der Mitte des Raumes steht ein Tisch und auf dem Tisch liegen Zeitschriften, die auch für den Rest der Zeit, die ich hier heute verbringen werde, von mir unberührt bleiben werden. Auf sieben der acht Stühle sitzen andere Menschen, unterschiedliche, teilweise befremdliche Personen. Eine junge Frau, vielleicht 25, dünn, etwas mager, mit Ringen unter den Augen, in ihren Händen eine der Zeitschriften, für die ich kein Interesse zeige. Daneben ein alter Herr, mit Mantel und Hut, als rechne er damit, dass er den Raum eilig würde verlassen müssen. Sein Blick wandert immer wieder über die anderen Wartenden. An seiner Seite sitzt eine ebenfalls alte Dame; sie legt dem Herrn immer wieder beruhigend die Hand auf das Bein. An der gegenüberliegenden Wand, an der mit den verspottenden Fenstern, sitzen drei Personen: Ein Junge, etwa 16, mit zerfetzten Jeans, schwarzer Lederjacke und Nasenpiercing. Er starrt gelangweilt auf sein Handy und beachtet den Rest der Welt nicht weiter. Ein Mädchen und seine Mutter; die Mutter trägt strenge Klamotten und hat diese typische Hausfrauen-Frisur, und auch in ihren Händen liegt eine Zeitschrift; das Mädchen ist so um die sechs Jahre alt, ihr glattes Haar fällt ihr teilweise vor das Gesicht und sie summt leise eine Melodie vor sich hin, sodass sie glatt in einem Horrorfilm mitspielen könnte, in einem von denen, wegen denen man, nachdem man sie gesehen hat, erstmal einen Bogen um kleine, gruselige Mädchen mit langen glatten Haaren macht.
Ich sitze an der Wand gegenüber von der Wand mit der Tür. Neben mir sitzt ein Mann mitte 40, er hustet beinahe ununterbrochen, sitzt gekrümmt und ich bin mir fast sicher, dass er mich (mit was auch immer) anstecken wird, wenn die Arzthelferinnen ihn nicht bald aufrufen.
Alles in allem ist dieser kleine Raum mit den freundlichen Wänden, den Fenstern, die einen dafür auslachen, dass man den Vormittag in diesem Wartezimmer verbringen muss, und dem Tisch mit den uninteressanten Zeitschriften mehr als voll, keiner traut sich laut mit jemand anderem zu reden, jeder versucht, Blickkontakt zu meiden und sogar die Wände, die Fenster und der Tisch schweigen sich an.
Mitten unter ihnen sitze ich, meinen Notizblock auf den Beinen, einen schwarzen Stift in der Hand, den Blick ab und zu erhoben, damit ich die Leute betrachten kann, die darauf warten, ins Behandlungszimmer zu dürfen, und die Worte, die meine Finger, meine Hand und mein ganzer Arm durch den Stift auf das Papier bringen. Vielleicht bin ich die befremdlichste Person in diesem Raum, aber das ist mir egal.
Ich finde es immer wieder amüsant, wie viel einem, wenn man schreibt, über ein ganz gewöhnliches Wartezimmer einfällt. Wirklich sinnvoll ist das Ganze natürlich nicht, aber darum geht es beim Schreiben auch nicht. Es geht darum, Übung zu bekommen, da ist es völlig egal, WAS man schreibt. Hauptsache schreiben.
Bis bald hoffentlich,
Eure Anna
Nun neigt sich der erste Monat des neuen Jahres ja auch schon dem Ende zu, und hier findet sich immer noch kein Wort einer Geschichte. Es ist nicht so, dass ich gar nichts geschrieben hätte, das habe ich nämlich. Nur leider bin ich - wie (denke ich) jeder Mensch, der schreibt - sehr selbstkritisch mit mir und mit dem, was ich auf's Papier bringe. Da ich aber weiß, dass ich ganz dringend wieder posten und euch an meinen Gedanken teilhaben lassen muss, überwinde ich mich heute.
Vor einigen Tagen saß ich im Wartezimmer beim Arzt und wusste, ich würde mindestens eine Stunde warten müssen. Also habe ich meinen kleinen Notizblock herausgeholt, den ich immer in meiner Handtasche mit mir rumschleppe, habe den Stift angesetzt und erstmal eine ganze Weile auf das leere Papier gestarrt. Wahrscheinlich wurde ich von den anderen Wartenden dafür ziemlich verwundert angesehen, aber (obwohl ich natürlich weiß, dass das die falsche Methode ist, um etwas sinnvolles in Worte zu fassen) ich hatte es mir in den Kopf gesetzt, JETZT etwas zu schreiben. Dabei herumgekommen ist folgendes:
Ich sitze in einem kleinen Raum mit acht Stühlen. Die Wände sind orange und gelb, sie strahlen so fröhlich als wäre heute der schönste Tag, den sie als Wand erleben dürfen. An einer von ihnen sind zwei große Fenster, hinter denen der wolkenfreie Himmel zu erkennen ist. Sie verspotten die Wartenden dafür, dass sie sich Drinnen befinden. In der Mitte des Raumes steht ein Tisch und auf dem Tisch liegen Zeitschriften, die auch für den Rest der Zeit, die ich hier heute verbringen werde, von mir unberührt bleiben werden. Auf sieben der acht Stühle sitzen andere Menschen, unterschiedliche, teilweise befremdliche Personen. Eine junge Frau, vielleicht 25, dünn, etwas mager, mit Ringen unter den Augen, in ihren Händen eine der Zeitschriften, für die ich kein Interesse zeige. Daneben ein alter Herr, mit Mantel und Hut, als rechne er damit, dass er den Raum eilig würde verlassen müssen. Sein Blick wandert immer wieder über die anderen Wartenden. An seiner Seite sitzt eine ebenfalls alte Dame; sie legt dem Herrn immer wieder beruhigend die Hand auf das Bein. An der gegenüberliegenden Wand, an der mit den verspottenden Fenstern, sitzen drei Personen: Ein Junge, etwa 16, mit zerfetzten Jeans, schwarzer Lederjacke und Nasenpiercing. Er starrt gelangweilt auf sein Handy und beachtet den Rest der Welt nicht weiter. Ein Mädchen und seine Mutter; die Mutter trägt strenge Klamotten und hat diese typische Hausfrauen-Frisur, und auch in ihren Händen liegt eine Zeitschrift; das Mädchen ist so um die sechs Jahre alt, ihr glattes Haar fällt ihr teilweise vor das Gesicht und sie summt leise eine Melodie vor sich hin, sodass sie glatt in einem Horrorfilm mitspielen könnte, in einem von denen, wegen denen man, nachdem man sie gesehen hat, erstmal einen Bogen um kleine, gruselige Mädchen mit langen glatten Haaren macht.
Ich sitze an der Wand gegenüber von der Wand mit der Tür. Neben mir sitzt ein Mann mitte 40, er hustet beinahe ununterbrochen, sitzt gekrümmt und ich bin mir fast sicher, dass er mich (mit was auch immer) anstecken wird, wenn die Arzthelferinnen ihn nicht bald aufrufen.
Alles in allem ist dieser kleine Raum mit den freundlichen Wänden, den Fenstern, die einen dafür auslachen, dass man den Vormittag in diesem Wartezimmer verbringen muss, und dem Tisch mit den uninteressanten Zeitschriften mehr als voll, keiner traut sich laut mit jemand anderem zu reden, jeder versucht, Blickkontakt zu meiden und sogar die Wände, die Fenster und der Tisch schweigen sich an.
Mitten unter ihnen sitze ich, meinen Notizblock auf den Beinen, einen schwarzen Stift in der Hand, den Blick ab und zu erhoben, damit ich die Leute betrachten kann, die darauf warten, ins Behandlungszimmer zu dürfen, und die Worte, die meine Finger, meine Hand und mein ganzer Arm durch den Stift auf das Papier bringen. Vielleicht bin ich die befremdlichste Person in diesem Raum, aber das ist mir egal.
Ich finde es immer wieder amüsant, wie viel einem, wenn man schreibt, über ein ganz gewöhnliches Wartezimmer einfällt. Wirklich sinnvoll ist das Ganze natürlich nicht, aber darum geht es beim Schreiben auch nicht. Es geht darum, Übung zu bekommen, da ist es völlig egal, WAS man schreibt. Hauptsache schreiben.
Bis bald hoffentlich,
Eure Anna
Dienstag, 30. Dezember 2014
Weihnachten, Feiertage, Silvester, Neujahr...
Hallo zusammen!
Nun ist es ja echt lange her, dass ich etwas geschrieben habe. Ich hoffe, ihr verzeiht mir, wenn ich das auf die Feiertage und deren Vorbereitung schiebe. Es mussten Geschenke gekauft und verpackt werden, die Familie hat nach meiner Zeit verlangt, ich musste in Monopoly verlieren, dann war Heiligabend mit großer Bescherung, die Feiertage (ganz relaxt) und dann direkt im Anschluss Vorüberlegungen bezüglich Silvester, noch der ein oder andere Termin und schwups - schon ist eine Menge Zeit vergangen seit dem letzten Post.
Ob ich zum Schreiben gekommen bin? Bisher leider so gut wie gar nicht. Dafür habe ich aber zu Weihnachten einen Füller geschenkt bekommen (habe mich gefreut wie ein kleines Kind über sein Spielzeugauto!). Ich hatte ihn mir vorher schon ausgesucht und dann nur noch gehofft, dass ich ihn auch bekomme, und tada: ein Echtholz-Füller von Faber Castell! Klasse! Und nach Silvester werde ich auch hoffentlich dazu kommen, damit die Seiten meines Notizbuches zu füllen. (Bei Gelegenheit lasse ich euch ein Foto zukommen, ich bin einfach total begeistert von diesem Füller!)
Falls ich morgen nicht mehr dazu komme, mich hier noch mal zu melden, wünsche ich euch allen einen guten Rutsch und einen tollen Start ins Jahr 2015! Feiert ordentlich und nehmt euch ein paar Vorsätze für's neue Jahr vor!
(Meine Vorsätze? Unter anderem eine Kur, der Beginn des Studiums, ein Urlaub in den Bergen, die Belegung des ein oder anderen Volkshochschulkurses, viel Sport, eine Menge Schreiben (dafür natürlich fantastische Ideen haben) und einfach glücklich sein!)
Kommt gut rüber, ihr Lieben! Bis demnächst,
Eure Anna
Nun ist es ja echt lange her, dass ich etwas geschrieben habe. Ich hoffe, ihr verzeiht mir, wenn ich das auf die Feiertage und deren Vorbereitung schiebe. Es mussten Geschenke gekauft und verpackt werden, die Familie hat nach meiner Zeit verlangt, ich musste in Monopoly verlieren, dann war Heiligabend mit großer Bescherung, die Feiertage (ganz relaxt) und dann direkt im Anschluss Vorüberlegungen bezüglich Silvester, noch der ein oder andere Termin und schwups - schon ist eine Menge Zeit vergangen seit dem letzten Post.
Ob ich zum Schreiben gekommen bin? Bisher leider so gut wie gar nicht. Dafür habe ich aber zu Weihnachten einen Füller geschenkt bekommen (habe mich gefreut wie ein kleines Kind über sein Spielzeugauto!). Ich hatte ihn mir vorher schon ausgesucht und dann nur noch gehofft, dass ich ihn auch bekomme, und tada: ein Echtholz-Füller von Faber Castell! Klasse! Und nach Silvester werde ich auch hoffentlich dazu kommen, damit die Seiten meines Notizbuches zu füllen. (Bei Gelegenheit lasse ich euch ein Foto zukommen, ich bin einfach total begeistert von diesem Füller!)
Falls ich morgen nicht mehr dazu komme, mich hier noch mal zu melden, wünsche ich euch allen einen guten Rutsch und einen tollen Start ins Jahr 2015! Feiert ordentlich und nehmt euch ein paar Vorsätze für's neue Jahr vor!
(Meine Vorsätze? Unter anderem eine Kur, der Beginn des Studiums, ein Urlaub in den Bergen, die Belegung des ein oder anderen Volkshochschulkurses, viel Sport, eine Menge Schreiben (dafür natürlich fantastische Ideen haben) und einfach glücklich sein!)
Kommt gut rüber, ihr Lieben! Bis demnächst,
Eure Anna
Mittwoch, 17. Dezember 2014
Altes
Der Strick liegt locker um meinen Hals, meine Füße stehen fest auf dem Boden. Noch. Ich lasse meinen Blick schweifen, sehe in ausdruckslose Gesichter. Eines fehlt. Er ist nicht gekommen. Wie könnte ich es auch von ihm verlangen? Ein Geräusch ertönt, anfangs leise und zögerlich, doch dann wird es lauter, immer lauter. Trommelwirbel. Ich nehme alles um mich herum wahr, und doch nichts von dem, was passiert. Der Geruch nach Feuer dringt in meine Nase, mein Blick wird hektisch, suchend. Der Gedanke, den ich versucht habe zu verdrängen, ist nun so deutlich, er liegt in der Luft als könnte man danach greifen. Mein Herzschlag beschleunigt sich, mein Atem geht schneller. Ich weiß, was jetzt kommen wird, aber noch bin ich nicht bereit dazu. Rauch. Hinter den Burgmauern steigt Rauch auf! Gerade fasse ich neue Hoffnung, da geschieht es. Die Trommeln verstummen, der König nickt – es ist nur ein ganz kurzes Nicken, doch es genügt, um mir auch die letzte Hoffnung zu nehmen. Ich höre die Schritte hinter mir, den lauten Atem des Henkers. Unter mir tut sich der Boden auf.
Jetzt. Jetzt ist
es so weit. Jetzt sterbe ich.
Hallo mal wieder!
Der Urlaub ist vorbei, vom sonnigen Strand ging es am Samstag wieder zurück in die verregnete Heimat. Leider bin ich während der Woche nicht dazu gekommen, etwas neues zu schreiben, deswegen habe ich hier etwas altes für euch. Als ich mit dem Schreiben angefangen habe, habe ich immer über Geschichten aus dem Mittelalter geschrieben. Zu der Zeit haben mich die Bücher und Filme, in denen es um Ritter, Könige und Königinnen, tapfere Männer und die Unterdrückung der starken Frauen geht, einfach am meisten fasziniert, und deshalb wollte ich auch über diese Zeit schreiben.
Das hier ist ein kleiner Auszug von etwas, das nie fertig geworden ist. Es handelt sich dabei um den "Prolog" (wenn man es so nennen kann, da es schließlich nicht fertig geworden ist und ich nicht weiß, ob ich es noch zuende schreibe). Ich hoffe, es gefällt euch.
Bis bald,
Eure Anna
Freitag, 5. Dezember 2014
Urlaub
Hallo zusammen!
Da ich morgen für sieben Tage mit meinem Freund ans Meer fahre (worauf ich seit Wochen sehnsüchtig warte), werde ich euch jetzt eine Woche lang nichts hinterlassen können. Ich werde aber versuchen, dort ans Schreiben zu kommen, damit ihr danach wieder etwas zu Lesen bekommt.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende, einen schönen zweiten Advent und dann eine noch schönere Woche voller Adventskalenderschokolade und Weihnachtsvorfreude. Ich für meinen Teil werde viel am Meer spazieren gehen und mich in meiner gemütlichen Ferienwohnung einkuscheln, hoffentlich bei eisigen Temperaturen, damit das Einkuscheln auch Spaß macht.
Bis demnächst,
Eure Anna
Da ich morgen für sieben Tage mit meinem Freund ans Meer fahre (worauf ich seit Wochen sehnsüchtig warte), werde ich euch jetzt eine Woche lang nichts hinterlassen können. Ich werde aber versuchen, dort ans Schreiben zu kommen, damit ihr danach wieder etwas zu Lesen bekommt.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende, einen schönen zweiten Advent und dann eine noch schönere Woche voller Adventskalenderschokolade und Weihnachtsvorfreude. Ich für meinen Teil werde viel am Meer spazieren gehen und mich in meiner gemütlichen Ferienwohnung einkuscheln, hoffentlich bei eisigen Temperaturen, damit das Einkuscheln auch Spaß macht.
Bis demnächst,
Eure Anna
Mittwoch, 3. Dezember 2014
Der erste Schnee
Ein kleines Mädchen, nicht älter als fünf Jahre, mit goldblondem Haar und blasser Haut, steht auf der Straße und starrt in den wolkenbedeckten Himmel. Obwohl es eisig kalt ist, friert das Mädchen in seinem dünnen Jäckchen nicht. Es steht regungslos da, die kleinen Hände zu Fäusten geballt, die Lippen fest zusammengepresst. Heute ist der Tag vor Heiligabend und es hatte dieses Jahr immer noch nicht geschneit. Doch jetzt sollte es endlich so weit sein.
Die Luft ist so kalt, dass der Atem des Mädchens gefriert, sobald er seinen Mund verlässt. Seine Finger sind rot, seine Lippen bläulich, und dennoch bleibt es stehen. Wenn man das Mädchen weiter beobachtet, so sieht man, wie seine Augen sich langsam weiten, wie der Mund sich leicht öffnet und es zu einem erstaunten Oh ansetzt. Kleine kristallförmige weiße Schneeflocken fallen vom Himmel. Die erste von ihnen, eine große und runde, landet auf der nun ausgestreckten Hand des Mädchens. Fasziniert beobachtet dieses, wie der kleine Kristall in ihrer kleinen Hand schmilzt, während weitere dieser kleinen Kristalle um sie herum auf dem Boden landen. Ein freudiges Lächeln breitet sich auf dem Gesicht des jungen Mädchens aus, es streckt die Arme aus und beginnt, übermütig im Kreis zu tanzen. Erst, als die Straße von einer dünnen Schneeschicht bedeckt ist, rennt es ins Haus, um seinen Eltern davon zu erzählen, dass es schneit.
Gestern Abend wollte ich noch etwas schreiben. Worüber, das war mir im Prinzip völlig egal. Ich finde es immer wieder faszinierend, einen ganz einfachen, vielleicht sogar alltäglichen Vorgang zu beschreiben. Zum Beispiel schrieb ich bereits über das Schwimmen, über eine Person, die einen Kopfsprung ins Wasser macht, über Jemanden, der eine Tasse Tee vor dem Karmin trinkt, über ein Kind, das die Straße überquert.
Dieses Mal habe ich über den ersten Schnee geschrieben. Natürlich könnte man sagen: "Ein Mädchen steht auf der Straße und wartet auf den Schnee. Als dieser fällt, freut es sich." Damit hätte man das ganze in zwei Sätzen abgehakt. Aber ich finde es gerade interessant, etwas so normales so ausführlich zu beschreiben.
Vielleicht bekommen wir auch bald den ersten Schnee (Viele haben ihn bestimmt schon, aber wir hier in unserem Dörfchen sind noch nicht so weit).
Ich wünsche euch eine schöne Vorweihnachtszeit!
Eure Anna
Die Luft ist so kalt, dass der Atem des Mädchens gefriert, sobald er seinen Mund verlässt. Seine Finger sind rot, seine Lippen bläulich, und dennoch bleibt es stehen. Wenn man das Mädchen weiter beobachtet, so sieht man, wie seine Augen sich langsam weiten, wie der Mund sich leicht öffnet und es zu einem erstaunten Oh ansetzt. Kleine kristallförmige weiße Schneeflocken fallen vom Himmel. Die erste von ihnen, eine große und runde, landet auf der nun ausgestreckten Hand des Mädchens. Fasziniert beobachtet dieses, wie der kleine Kristall in ihrer kleinen Hand schmilzt, während weitere dieser kleinen Kristalle um sie herum auf dem Boden landen. Ein freudiges Lächeln breitet sich auf dem Gesicht des jungen Mädchens aus, es streckt die Arme aus und beginnt, übermütig im Kreis zu tanzen. Erst, als die Straße von einer dünnen Schneeschicht bedeckt ist, rennt es ins Haus, um seinen Eltern davon zu erzählen, dass es schneit.
Gestern Abend wollte ich noch etwas schreiben. Worüber, das war mir im Prinzip völlig egal. Ich finde es immer wieder faszinierend, einen ganz einfachen, vielleicht sogar alltäglichen Vorgang zu beschreiben. Zum Beispiel schrieb ich bereits über das Schwimmen, über eine Person, die einen Kopfsprung ins Wasser macht, über Jemanden, der eine Tasse Tee vor dem Karmin trinkt, über ein Kind, das die Straße überquert.
Dieses Mal habe ich über den ersten Schnee geschrieben. Natürlich könnte man sagen: "Ein Mädchen steht auf der Straße und wartet auf den Schnee. Als dieser fällt, freut es sich." Damit hätte man das ganze in zwei Sätzen abgehakt. Aber ich finde es gerade interessant, etwas so normales so ausführlich zu beschreiben.
Vielleicht bekommen wir auch bald den ersten Schnee (Viele haben ihn bestimmt schon, aber wir hier in unserem Dörfchen sind noch nicht so weit).
Ich wünsche euch eine schöne Vorweihnachtszeit!
Eure Anna
Sonntag, 30. November 2014
Megan Catherine Lee
„Das ist
kompliziert….“
„Das
ist kompliziert", sage ich, während meine Augen auf den Boden vor mir gerichtet sind.Wurzeln schlängeln sich über den Weg und bieten Stolpermöglichkeiten; die Erde ist noch feucht vom
Regen der letzten Tage, sie gibt unter meinem Gewicht leicht nach; die Luft ist diesig und schwül.
„Wir
wissen doch beide, dass das eine feige Ausrede ist." Chloe läuft hinter
mir, ihr Atem geht schneller als meiner, ihre Schritte sind lauter,
unbeholfener. Für gewöhnlich schließt sie sich meinen morgendlichen
Trainingseinheiten nicht an, doch da ihr Sportlehrer sie durchfallen lässt,
wenn sie nicht besser wird, hat sie keine andere Möglichkeit als diese. Ich
laufe jeden Tag. Laufen tut gut, es lenkt mich ab und hält mich am Leben.
„Es
ist keine Ausrede. Was soll ich denn da?" „Wie wäre es mit tanzen,
trinken und einfach Spaß haben?“ Sie klingt bereits genervt. Diese
Party ist seit einer Woche unser Diskussionsthema. Chloe geht gerne feiern und
trinkt gerne zu viel Alkohol.
Wenn ich ehrlich bin, dann war ich ihr bis vor gar nicht allzu langer Zeit sehr
ähnlich. Doch seit mein zwei Jahre jüngerer Bruder Ben mit seinen sogenanten
Freunden im See nahe unseres Wohnortes betrunken schwimmen gegangen und beinahe
ertrunken ist, meide ich sowohl das Wasser, als auch den Alkohol oder
betrunkene Menschen. Das Ganze ist heute ziemlich genau eine Woche her. Und
seit genau dieser Woche liegt Ben im örtlichen Krankenhaus und alle warten
darauf, dass er wieder zu Bewusstsein kommt.Meine Eltern wachen beinahe jede Minute über ihn, aber es sieht nicht gut aus. Wenn er stirbt, werden sie mir die Schuld geben. Sie werden -
„He,
Erde an Megan?“, schnauft Chloe. Ich bleibe stehen und stelle fest, dass sie
bereits einige Meter hinter mir Halt gemacht hat und sich nun an den Stamm
einer alten Eiche lehnt. Sie macht einen Schmollmund und sieht mich aus großen Augen an. „Bitte,
Megan.“
Ich
müsste nein sagen, das weiß ich. Ein Nein wäre vernünftig, aber es würde auch bedeuten, dass ich einen weiteren Abend entweder alleine Zuhause oder mit meinen Eltern, die mich kaum eines Blickes würdigen, am Bett meines Bruders sitzen müsste. Das Wort geht mir leichter über die Lippen, als ich gedacht hätte. "Okay."
Der Mann, Dr. Kinsley, macht sich einige Notizen. "Sie lassen den Anfang bewusst aus. Wie war das mit ihrem Bruder? Wie konnte es dazu kommen?" Seine Fragen machen mich nervös, ich rutsche auf dem weichen Sitzpolster ein wenig von links nach rechts. Ein Blick zur Uhr zeigt, dass kaum Zeit vergangen ist, seit ich den Raum betreten habe. Meine Augen verfolgen den Sekundenzeiger, wandern dann über die blaue Wand, hinunter zu dem roten Fleck.
"Miss Lee, geben Sie sich die Schuld an dem Unfall Ihres Bruders?" Das erste mal schaue ich ihn an. Die braunen Haare, das runde Gesicht, die grünen Augen. Schlanke Hände, lange Finger. Ein Füller in seiner Hand, mit dem er seine Notizen macht. Er hält ihn mit der linken Hand. Ein Linkshänder. Ben war Linkshänder.
"Antworten Sie mir bitte." Meine Finger krallen sich in meine Oberschenkel, der leichte Schmerz fühlt sich gut an.
"Meine Eltern gaben mir die Schuld."
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